Saarbrücken
Saarbrücken

Norbert Mendgen


STADT(mitte) AM FLUSS


Im Kontext der Standortfaktoren des Saarlandes, als Teil der Grossregion, sehen anerkannte Bürger und Fachleute, dass „Saarbrücken im interregionalen Wettbewerb“ „das Problem Stadtmitte besser lösen muss“, hier durch „die Aufwertung der Landeshauptstadt durch das Projekt -Stadtmitte am Fluss- “. „Kein vernünftiger weitblickender Mensch -weder Stadtplaner noch Stadtentwickler- würde heute auf die Idee kommen, die für die Region notwendige Autobahnverbindung mitten durch die Stadt zu legen und die Stadt damit von der Lebensader Fluss abzuschneiden“.

 

So findet z.B. Dr. Georgi es „schade, dass die Diskussion über die Verbesserung der Situation in Saarbrücken sich so schnell auf die -Tunnellösung- konzentriert hatte“ und schlägt vor, weitere Alternativen für Saarbrücken ins Auge zu fassen.

 

Der erste Preisträger dieses Wettbewerbes, Karl Bauer schreibt hier: „Die beiden Autobahnen A6 und A620 werden durch einen größtenteils in Tunnels geführte Autobahntrasse von dem Knoten Saarbrücken West zur neuen Anschlussstelle Saarbrücken-Messe verbunden. Damit wird der Durchgangsverkehr aus der Stadtautobahn genommen und diese kann zum baumüberstandenen Stadtboulevard zurückgebaut werden. Der Stadtboulevard anstelle der Stadtautobahn liegt höhengleich mit den Brücken über die Saar und ermöglicht dadurch unkomplizierte höhengleiche Kreuzungen und eine wesentlich menschenwürdigere Anbindung von Alt-Saarbrücken an die Innenstadt. Dichte Alleen über der neuen Straße und die dadurch
den Flächengewinn (Stadtboulevard, ist schmaler als die Stadtautobahn) erreichte Grünzone ergeben ein durchgehendes grünes Band beidseits der Saar. Eine geringe Verlegung der Saar schafft mehr Raum für die Berliner Promenade und ermöglicht davor eine großzügige grüne Uferzone.“


 

Es geht also nicht um die Frage, ob Stadtmitte am Fluss der richtige Ansatz ist, es gibt kaum eine Alternative dazu, will Saarbrücken sich im Vergleich mit seinen Nachbarstädten behaupten. Hier geht es nur um die Frage Tunnel oder Südumfahrung.

 

Nicht lange nach der Fertigstellung der Stadtautobahn (Bundesautobahn!) rückten ihre Nachteile immer mehr in den Vordergrund.


Kenner der Stadtgeschichte Saarbrückens wissen, es gab und gibt Alternativen. Schon zur Planung der Stadtautobahn gehörten zwei Tangenten, welche aber (spätestens bei Hochwasser bemerkbar) nicht realisiert wurden. Den ersten „Tunnel“ als Überbauung plante Gottfried Böhm bereits in den 1970er Jahren.

 

Ab und zu diskutiert wird noch die sogen. Südumfahrung (Südtangente). Sie war immer Teil der Saarbrücker Stadtentwicklungsplanung, bis über den städtebaulichen „Ideenwettbewerb Innenstadt“ (1990/91) hinaus.

1963 Verkehrsplanung der Stadt Saarbrücken
1991 Boulevard gegen Stadtautobahn (K.Bauer)
1991 Südumfahrung K.Bauer (1. Preis, Städtebaulicher „Ideenwettbewerb Innenstadt“)

Aktuelles

24.05.2014

Die SZ nimmt die ISU-Antwort schnell auf:

Initiative: Stadtrat soll über Südumfahrung beraten (24.05.2014)

 

22. Mai 2014

ISU-Antwort auf den SZ-Beitrag

'Stadt beerdigt Südumfahrungsplan (19.5.2014)'

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© Wolfgang Bernd Grimm